Von der Scholle auf den Tisch

Ein Projektbeispiel der Modellschule

Von Carolin Kremer, veröffentlicht am 06.07.2015, Stand: 05.12.2017

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Von der Scholle auf den Tisch – In Kürze

Freie Reformschule Speyer

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Die FRS-Kinder wissen mehr als Schüler weiterführender Schulen.

Isabelle Deck, Hofladen Speierling

Toll, dass wir FRS-Eltern solche Projekte in den Schulalltag einbringen können!

Berit Imo, Mutter von zwei FRS-Kindern (2. + 4. Kl.)

Erfahren Sie mehr über die Modellschule für Partizipation und Demokratie, an der dieses Projektbeispiel entstanden ist.

Projektübersicht

Unser Weg

  1. Schritt: Eltern nehmen Kontakt zum Schul-Caterer auf, um sich am Aktionstag mit einem gemeinsamen Projekt zu beteiligen.
  2. Schritt: Eltern organisieren mit dem Hofladen die Details des gemeinsamen Kochens
  3. Schritt: Die Betreiber des Hofladens lädt die Schule ein, einen Tag bei der nächsten Spargelernte zu helfen
  4. Schritt: Es wird vereinbart, beide Tage in jedem Schuljahr durchzuführen
  5. Schritt: Das Lehrerteam verknüpft die beide Aktionen mit Unterrichtseinheiten zum Thema “Gesunde Ernährung”
  6. Schritt: Beide Tage werden umfassend für PR-Arbeit genutzt, um das Profil der Schule in der Öffentlichkeit zu schärfen
  • Die Schülerinnen und Schüler sollten erfahren, woher ihr tägliches Mittagessen stammt – sowohl mit Blick auf die Herkunft der Zutaten als auch hinsichtlich der Zubereitung.
  • Die Lerngruppe sollte sich mit Aspekten gesunder Ernährung und regionaler, an Nachhaltigkeit orientierter Landwirtschaft beschäftigen.

Der Deutsche LandFrauen-Verband führt seit 2007 an Grundschulen das vom BMEL geförderte Projekt „aid-Ernährungsführerschein“ durch.

Mehr Informationen gibt es im Info-Flyer zum “aid-Ernährungsführerschein.

Projektbeschreibung

Dokumentation: Von der Scholle auf den Tisch

Umweltbildung in der Praxis I: Der Nawi-Unterricht an der FRS und der Waldtag
Kinder interessieren sich “von Natur aus” sehr für ihre gesamte Umwelt und wollen mehr darüber lernen. Dies gilt besonders auch für Phänomene, die man naturwissenschaftlich erklärt. In der FRS wird diese natürliche Neugier der Kinder erhalten und gefördert. Dabei steht experimentelles Erfahren im Vorder-grund, d.h. Lernen durch Entdecken, verbunden mit eigenen Aktivitäten: Forschen, gezieltes Experi-mentieren, “Wissen-Schaffen”. Ergänzend zum „normalen“ Sachkunde-Unterricht im Schulgebäude verbringen die Kinder von den Oster- bis zu den Herbstferien den ganzen Montag im Wald, im Winter-halbjahr den Montagnachmittag. Das Umfeld Wald wird regelmäßig in die aktuellen Themen der Lerngruppe integriert (z.B. Waldolympiade, Jahreszeiten, Die vier Elemente usw.). Der regelmäßige Aufenthalt im Wald und in der freien Natur als fester Bestandteil der Schulwoche bietet zahlreiche positive Aspekte. Nicht zuletzt erfahren die Schüler dadurch, dass der Mensch in die Natur eingebunden ist, und wird ihr „natürliches“ Umweltbewusstsein gefördert. Die Kinder lernen zudem elementare Regeln für den Umgang mit der Natur (Pflanzen und Tiere schonend behandeln) und der Umwelt (Abfall-vermeidung). Einen weiteren „Draußentag“ stellt darüber hinaus die regelmäßige Beteiligung am jähr-lichen „Dreck-weg-Tag“ der Stadt Speyer dar.

Umweltbildung in der Praxis II: Die Auswahl des Schulcaterers
Natur und Umwelt spielten auch bei der Auswahl des aktuellen Schulcaterers eine wichtige Rolle. Die Eltern wollten für ihre Kinder kein fades 08/15-Kantinenessen. Seit Anfang 2011 genießen die Schülerin-nen und Schüler sowie die Lehrer der FRS nunmehr an drei bzw. (im Winter) vier Tagen pro Woche das leckere Mittagessen vom Speierling Hofladen („Speierling“). Der Hofladen entwickelte sich aus dem seit Generationen in Familienbesitz betriebenen Bauernhof in Meckenheim. Der erste Speierlinghof-Laden wurde im Oktober 2004 in der Auestraße in Speyer eröffnet, 2009 kam ein weiterer Hofladen im Stadtzentrum dazu. In der Auestraße liegt der Schwerpunkt zurzeit auf dem Verkauf von Obst und Gemüse. Im Kornmarkt hat sich die Suppenküche zu einem beliebten Mittagstreff entwickelt, wo im täglichen Wechsel eine Suppe und ein weiteres Gericht eingenommen werden kann. Abgerundet wird das Angebot durch verschiedene Salate, Obst- und Joghurtbecher sowie frisch gepresste Obstsäfte. Die Produkte des Hofladens werden so weit wie möglich aus eigenem Anbau (Kartoffeln, Tomaten, Feldsalat, Spargel, Erdbeeren, Himbeeren, Fuji-Äpfel, Bohnen, Kürbis, Radieschen) bzw. aus der Region zu beziehen. Der Eigentümer-Familie Deck ist wichtig, dass die Region gestärkt wird, dass sie wissen, woher die Produkte kommen, und dass keine unnötigen Transportwege anfallen.

Umweltbildung in der Praxis III: „Von der Scholle auf den Tisch“ – Teil 1
Der stadtweite Aktionstag „Fair ge-kocht“, an dem sich die FRS als Mitglied des örtlichen „Netzwerkes Umweltbildung“ beteiligen wollte, gab den Anstoß zu einer Ausweitung der Zusammenarbeit mit dem Speierling: Am 13. September 2012 fanden sich die fünf Zweitklässler zusammen mit Schulleiterin Martina Plaumann morgens statt im Klassenzimmer beim Speierling Hofladen ein, um an Herstellung und Verkauf der Tagessuppe mitzuwirken. Der Arbeitstag begann mit dem Ausladen und Einräumen von Obst und Gemüse. Anschließend wurden die Zutaten für die Suppe ausgewählt und in die Küche geschleppt. Kürbisse, Karotten, Kartoffeln & Co. wurden unter Anleitung von Speierling-Chef Werner Deck zu einer feinen Kürbis-Suppe verarbeitet, bis das eine oder andere Ärmchen schmerzte. Zur Frühstückspause durften sich die Schülerinnen und Schüler direkt aus den Obstauslagen bedienen, anschließend wurden sie von Werner Deck in einige Geheimnisse der Warenkunde eingeweiht. Nachdem später auch der Salat geputzt und fertig vorbereitet war, durften die Kinder schließlich auch noch ihr Verkaufstalent unter Beweis stellen: Manchem Kunden wurde mit Chilis, Melonen und Trauben der Mund wässrig gemacht, und ab 12 Uhr wurde dann die Suppe an den Mann und die Frau gebracht.

Umweltbildung in der Praxis IV: „Von der Scholle auf den Tisch“ – Teil 2
Der Projekttag hatte allen Beteiligten so gut gefallen, dass Familie Deck spontan eine Einladung zum Erntehelfer-Einsatz zur Spargelzeit aussprach. Am 28. Mai 2013 war es schließlich soweit: Gestärkt durch frische Erdbeeren zum Frühstück, führte Bauer Deck erst einmal über den Hof und versorgte die Kinder mit Klassenlehrer Simon Eisenlöffel und FSJlerin Jale Völkert mit Spargelstechern und großen Körben. Dann ging es zum Spargelacker. Auf dem Weg dorthin galt es allerdings zunächst zu erraten, was auf den übrigen Feldern wohl so alles angebaut wird. Gar nicht so einfach, wenn nur wenige Blattspitzen durch die Folie lugen – aber kein Problem für die Reformschüler. Bauer Deck informierte die Schüler auch, wie auf dem Hof mit Schädlingen umgegangen wird. Beim Spargel angekommen, machten die Reformschüler sich dann mit großem Elan an die Arbeit: Folie aufdecken, nach Spargelspitzen Ausschau halten, vorsichtig mit Zeige- und Mittelfinger freilegen, den Spargelstecher an der Stange bis zum Anschlag entlang schieben, den Spargel möglichst tief ohne Wurzelknollen ausstechen, langsam heraus-ziehen und in eine Wasserkiste legen, Löcher wieder zu buddeln. Mittags wurde der Akku mit frischer Kartoffelsuppe wieder aufgefüllt, denn nachmittags war die Hilfe in der Halle gefragt. Dort wurde der Spargel geschnitten, gereinigt, sortiert, geschält, mit fachkundigem Auge geprüft, nachgebessert und abgepackt. Für die Kinder besonders faszinierend: die Eismaschine. Wenn zwischendurch Kundschaft in die Halle kam, wurde diese selbstverständlich von den Reformschülern bedient – dank des Verkaufstrainings beim Tag im Hofladen kein Problem. Doch damit nicht genug: Letzte Station des Erntehelfer-Einsatzes waren die Folienhäuser, in denen Erdbeeren, Tomaten, Gurken, Bohnen, Radies-chen und Zucchini in unterschiedlichen Reifegraden bestaunt wurden. Und natürlich die zum natürlichen Bestäuben eingesetzten Hummeln. Zur Belohnung für ihren Feuereifer und ihre Wissbegier durften die Kinder an den Erdbeeren naschen und ein Schälchen für ihre Familien füllen, bevor sie erschöpft, aber glücklich den Heimweg antraten.

Umweltbildung in der Praxis V: „Von der Scholle auf den Tisch“ – Teil 3
Mit den beiden Projekttagen war das Projekt noch keineswegs beendet. Die Klassenfahrt Ende Juni führte die Reformschülerinnen und -schüler für vier Tage auf den Erlebnisbauernhof „Gut Hohenberg“ in Queichhambach, auf dem auch Nutztiere gehalten werden.

Umweltbildung in der Praxis VI: “Von der Scholle auf den Tisch” – Teil 4
Zwischen FRS und dem Speierling wurde vereinbart, beide Projekttage in jedem Schuljahr anzubieten. Abgerundet wird das Projekt durch Unterrichtsmodule zum Thema “Gesunde Ernährung”.

Umweltbildung in der Praxis VI: Essbarer Schulgarten
Ein weiteres, langfristig angelegtes Projekt der lebenspraktischen Umweltbildung unserer Schülerinnen und Schüler wurde im folgenden Schuljahr im Rahmen einer Eltern-AG begonnen: Unter dem Motto „Vom Samen bis zur Ernte” haben die FRS-Kinder unter Leitung einer fachkundigen Mutter auf dem Schulhof einen kleinen Schulgarten mit überwiegend essbaren Pflanzen aus selbst gezogenen Samen angelegt. Leider wurden die Kinder durch Vandalismus Dritter um die Ernte gebracht. Am neuen Schulstandort mit nicht mehr öffentlich zugänglichem Schulhof soll das Projekt “Essbarer Schulgarten” wiederbelebt werden.

Andere Projektbeispiele

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