Was bedeutet Respekt? Beim Netzwerktreffen der Modellschulen diskutierten Erwachsene, Kinder und Jugendliche gemeinsam

„Respekt bedeutet für mich…andere so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden will.“
„…andere Perspektiven einzunehmen.“
„…Freundschaft.“
„…Fehler einzusehen und sich zu entschuldigen.“
„…nicht hänseln.“
„…Grenzen setzen und einhalten.“

Es waren zahlreiche Gedanken wie diese, die die Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer und pädagogischen Fachkräfte der Modellschulen für Partizipation und Demokratie Anfang Oktober beim großen Netzwerktreffen am Pädagogischen Landesinstitut in Speyer teilten und miteinander diskutierten. Was heißt eigentlich Respekt für mich? Woran merke ich, dass ich in der Schule mit Respekt behandelt werde? Und was kann ich selbst tun, damit es in der Welt respektvoller zugeht? Knapp 90 Plakate mit spannenden Ergebnissen trugen die knapp 130 Teilnehmenden, darunter rund 45 Schülerinnen und Schüler von Klasse 1 bis 13, in Kleingruppen zusammen, um in der anschließenden Reflexion im Plenum weitere Ideen zu diskutieren: „Ich habe gehört, dass eine Schule positives Verhalten mit so genannten Respekttalern belohnt. Das ist eine ganz tolle Idee“, zeigte sich eine Lehrerin begeistert, während ein Schüler dazu einwarf, dass Respekt seiner Meinung nach nicht durch kapitalistische Anreize erzeugt werden solle. Andere Schülerinnen brachten ein, dass sie sich von ihren Lehrkräften wünschten, respektvoller behandelt zu werden – ein Anliegen, das in der Weiterarbeit auf Schulebene aufgegriffen werden kann.

Von der Traumschule bis „Queer – na und?!“

Im Anschluss konnten die Schülerinnen und Schüler in Workshops des SV-Bildungswerks ihre Traumschule entwickeln, Hilfen und Tipps für die eigene SV-Arbeit bekommen oder Kooperationsspiele testen, während in der Aula Prof. Matthias Bahr von der RPTU Kaiserslautern-Landau die Ergebnisse einer Vorstudie zu Gelingensbedingungen demokratischer Schulentwicklung vorstellte, die von den Unis Trier, Mainz und Kaiserslautern-Landau in Zusammenarbeit mit neun Modellschulen im Frühjahr 2023 durchgeführt worden war. Danach ging es für die Lehr- und pädagogischen Fachkräfte in freie Austauschrunden nach Schulart oder zu eigenen Themen. In einer Gruppe wurde dabei ein neues, schulübergreifendes Projekt weiterentwickelt, das in der Regionalgruppe Mainz entstanden war: Ein gemeinsamer Info-Elternabend der Schulen der Region mit dem Titel „Queer – na und?! Eltern fragen nach“. Interesse fand das auch bei zuvor unbeteiligten Personen, die gespannt zuhörten und Feedback gaben.

Diskussionen, Comics und ein neues Schild

Am Nachmittag ging es für die Teilnehmenden dann wieder in gemeinsame Workshops, die sich auf vielfältige Weise mit dem Tagesthema „#Respekt?! Für eine demokratische Kultur“ auseinandersetzten – sei es bezogen auf den Umgang mit Vielfalt, mit Umwelt und Klima, mit menschenfeindlichen Äußerungen und Taten oder auch bezogen auf die Art, wie Beteiligung an Schule gelebt werden kann. Zudem wurden die Ideen und Gedanken zum Thema „Respekt“ zu Comics verarbeitet. Als besonders gewinnbringend empfanden dabei viele die Tatsache, dass Erwachsene, Kinder und Jugendliche zusammen arbeiteten und diskutierten. Am Ende des Tages gab es dann für alle noch ein kleines Präsent: Ein nagelneues Modellschul-Schild für den Eingangsbereich der eigenen Schule.

©2024 Koordinierungsstelle für schulische Demokratiebildung und Modellschulen für Partizipation und Demokratie im Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz

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