S.a.m.S. – Schüler arbeiten mit Schülern

Ein Projektbeispiel der Modellschule

Von Elena Milke, veröffentlicht am 06.07.2015, Stand: 09.07.2015

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Was ist S.a.m.S.?

Marie-Curie-Realschule plus Bad Marienberg

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Willst du etwas wissen, so frage einen Erfahrenen und keinen Gelehrten.

Chinesisches Sprichwort

Man braucht vor dem Leben keine Angst zu haben. Man muss es nur verstehen.

Marie Curie, zweifache Nobelpreisträgerin

Erfahren Sie mehr über die Modellschule für Partizipation und Demokratie, an der dieses Projektbeispiel entstanden ist.

Projektübersicht

Unser Weg

19.11.2012:
Besuch der Pilotprojektschule Georg-Forster-Gesamtschule in Wörrstadt im Rahmen der Fortbildung “S.a.m.S. – Schüler arbeiten mit Schülern – Lernzeitgestaltung an Ganztagsschulen”
25.-26.02.2013:
vertiefende Fortbildung “S.a.m.S. – Schüler arbeiten mit Schülern” in Zell (Mosel). Hierbei entstanden erste Ideen einer Umsetzung und Organisation an unserer Schule.
März/April 2013:
Erstellung eines Organisations- und Zeitplans, Vorstellung des Konzepts und Befürwortung in einer Gesamtkonferenz, Gespräche mit der Schulleitung bzgl. Rahmenbedingungen und Zielvereinbarungen
April/Mai 2013:
Bewerbungsphase für Coachingstellen, Sichtung sowie Auswahl der Lerncoaches
August 2013:
1. Schulwoche: dreitägige Schulung der Lerncoaches
2. Schulwoche: Start des Projekts “S.a.m.S. – Schüler arbeiten mit Schülern”

  • verstärkte Partizipation und Zusammenarbeit im schulischen Wissenstransfer
  • Entwicklung, Ausweitung und Stärkung vorhandener Kompetenzen bei lernenden sowie bei lehrenden Schülerinnen und Schülern
  • Demokratisierung von Entscheidungsprozessen innerhalb des Projekts
  • Förderung von lern- und leistungsschwachen Schülerinnen und Schülern
Projektbeschreibung

Dokumentation: S.a.m.S. – Schüler arbeiten mit Schülern

Ziel des Projekts war und ist es, eine demokratische Schullandschaft zu etablieren, in der ältere und jüngere Schülerinnen und Schüler aktiv mitarbeiten und gestalten können. Diese Intention soll unter anderem durch “S.a.m.S.” erreicht werden. Hierbei müssen jedoch klare Rahmenbedingungen und Zielvereinbarungen gegeben sein. So wurden ein fester SamS-Tag geschaffen, Raumpläne erstellt, Zeitfenster und Material für die Ausbildung ausgearbeitet.

Die Lerncoaches, Schüler/-innen der Klassenstufe 9, werden aufgrund einer schriftlichen Bewerbung am Ende des Schuljahres ausgewählt. Diese erste “Hürde” meistern nur wirklich interessierte und engagierte Schüler. Voraussetzung für die Tätigkeit als Lerncoach sind gleichzeitig auch eigene schulische Leistungen, fachliche Qualifikationen, Kommunikations- und sozial-kooperative Kompetenzen. Dieses Auswahlverfahren hat sich nun bereits im zweiten Jahr S.a.m.S. bewährt.

Um die Coaches auf die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern der fünften und sechsten Klassen in Kleingruppen vorzubereiten, hat sich eine dreitägige Schulung als probates Mittel erwiesen.

Am ersten Tag werden mit den Lerncoaches Leitideen für eine Zusammenarbeit innerhalb des Coaching-Teams, mit den Lehrern und den jüngeren Schülern erarbeitet. Sie werden auf Rechte und Pflichten hingewiesen, zudem wird der Ablauf einer SamS-Stunde erläutert.

Am zweiten Tag erhalten die älteren Schüler Einblicke in die Entwicklungspsychologie und lernen verschiedene Lernertypen kennen. Dies ermöglicht ihnen ein besseres Verständnis von Lernprozessen bei sich selbst sowie auch bei jüngeren Schülern. Gleichzeitig lernen sie verschiedene Methoden kennen und erproben sie in Rollenspielen. Aus diesem Pool können sie während der SamS-Stunden schöpfen. Bisher zeigt sich, dass Lernspiele besonders gern angenommen werden.

Ein wichtiger Aspekt ist die Öffnung des Wissensmonopols der Lehrkräfte, denn die Lerncoaches erhalten einen Überblick über die inhaltlichen Lernstoffe der Klassenstufen 5 und 6 in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch. Sie nehmen Einblick in die pädagogisch-didaktische Arbeit von Lehrkräften. Hier bietet sich eine Zusammenarbeit mit den verschiedenen Fachlehrern an, die weiteres Übungsmaterial bereitstellen können.

Während des dritten Ausbildungstages werden Rahmenvereinbarungen getroffen. So erhalten die betreuenden Lehrerinnen z. B. regelmäßig mit Hilfe eines Feedbackbogens Rückmeldung über die wöchentlichen SamS-Stunden. Die Lerncoaches unterzeichnen zudem eine Arbeitsvereinbarung, in welcher Arbeitszeit, Dauer, Geheimhaltung gegenüber Dritten, Krankmeldung und auch Beendigung der Tätigkeit geregelt sind. Die Schülerinnen und Schüler haben diese Regelungen bisher sehr positiv aufgenommen, da ihrer Arbeit auf diese Weise mehr Ernsthaftigkeit und beiderseitiger Respekt gezollt wird, da die Vereinbarung zugleich auch von der Schulleitung und den Betreuerinnen unterzeichnet wird.

Während des Schuljahres führen die Coaches und auch die Teamleiter konstant Feedbackgespräche. Die Schülerinnen und Schüler stoßen bei ihrer Arbeit z. T. auf Hindernisse. Oft zollen jüngere Schüler ihnen keinen Respekt oder sie stören während der SamS-Stunde. Meist hilft hier schon das Zuhören und Ernstnehmen der Probleme sowie das Eingeständnis, dass auch erfahrene Lehrer damit zu kämpfen haben. Gleichzeitig wurden Konzepte im gesamten Team erarbeitet, wie solche Störungen oder Respektlosigkeiten von vornherein unterbunden bzw. verhindert werden können. Auch die Betreuerinnen erhalten für ihre Arbeit Rückmeldung von den Coaches. Diese Feedbackkultur dient zugleich auch einer Evaluation des Projekts. Weiterentwicklungen und Verbesserungen innerhalb des Konzepts werden laufend von den Coaches und den Leiterinnen besprochen und demokratisch umgesetzt.
Am Ende des Schuljahres erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Zertifikat, welches ihnen die erworbenen Kompetenzen und ihr Engagement bescheinigt.

Die Bereitschaft der älteren Schülerinnen und Schüler im Projekt S.a.m.S. freiwillig mitzuarbeiten ist auch im zweiten Jahr groß. “Alte” Coaches geben hierbei ihre Erfahrungen gern weiter und haben bereits den Wunsch geäußert, auch im zehnten Schuljahr weiter mitwirken zu dürfen. Jüngere Schülerinnen und Schüler sind begeistert von der Zusammenarbeit mit den älteren und bleiben freiwillig und gern während der SamS-Stunden in den jeweiligen Klassenräumen, um sich in Kleingruppen auf Klassenarbeiten oder Fachstunden mit den Coaches vorzubereiten.

Eine wichtige Voraussetzung bildet der Anspruch, dass das gesamte Kollegium gleichfalls Rückmeldung über das Projekt erhält und permanent über die Arbeit der Teamleiterinnen und Coaches informiert wird. Dadurch können Fachkollegen die Lerncoaches unterstützen, indem sie weiteres Material oder Aufgaben zur Verfügung stellen. Dies soll an unserer Schule in Zukunft noch intensiviert werden. Als geeignete Foren hierfür bieten sich Dienstbesprechungen oder Stufentreffen an. Zugleich erfahren die Coaches an dieser Stelle auch Anerkennung für ihren Einsatz und ihre Arbeit mit teilweise auch schwierigen Situationen oder Schülern.

Ebenso ist eine transparente Elternarbeit erforderlich. Der Schulelternbeirat äußerte sich bereits sehr positiv über das Konzept und die Projektumsetzung. Um eine hohe Transparenz zu fördern, könnte das Projekt während eine Tages der offenen Tür präsentiert werden oder in einem Elternbrief bzw. Newsletter noch einmal erläutert werden.

Obwohl das S.a.m.S.-Projekt erst im zweiten Jahr an unserer Schule durchgeführt wird, belegen die große Akzeptanz und Mitwirkungsbereitschaft von Seiten der Schülerschaft und des Kollegiums eine erste Verankerung innerhalb unseres Schullebens.

Andere Projektbeispiele

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