Netzwerktreffen “Vielfalt als demokratische Aufgabe” im Juni 2016

Am 02.06.2016 traf sich das Teilnetzwerk “Vielfalt als demokratische Aufgabe” im Pädagogischen Landesinstitut in Boppard. Hier finden Sie das Protokoll des Treffens.

Protokoll: Jürgen Tramm

1. Aktueller Stand in den Schulen

Gruppe „Chancen und Grenzen der Individualisierung“

GS Schloss Ardeck, Gau-Algesheim:
  • Haben Steuergruppen zu Demokratie und GTS, die sich zzt. verzahnen. Entscheidungen zu Kinderkonferenz zu GT-Fragen:
    • Bsp: 1 x pro Jahr Projektwoche im Klassenverband Schritte: Material für Projektwoche sammeln und sichten
    • Einschätzung: Ziel- und Zeitprognose etwas optimistisch.
    • Der Ideenraum ist inzwischen fester Bestandteil.
  • Die Schule möchte Kinderrechte-Schule werden und hat sich beim DHKW beworben
  • Ziel der Schule ist die Entwicklung neuer partizipativer Modelle für Unterricht und Schulleben sowie die Öffnung nach außen. Schlagworte dabei sind: Selbstbestimmung, Selbstwirksamkeit, Teilhabe.
GS Trier-Biewer:
  • Die KollegInnen sind zzt. zu viert in der Steuergruppe „Demokratie“ und haben einen Fahrplan entwickelt, wie das Thema und der Klassenrat an neue KollegInnen heran getragen werden kann.
  • Sie befassen sich mit der Frage „Lernen und Selbstbestimmung“. In Kooperation mit der Matthias-Grundschule in Trier haben sie sich für SuS wählbare Themenfelder (z.B. Wald,…) dazu überlegt, die von SuS bearbeitet werden können. Sie haben Materialien erarbeitet, die ständig durch Nutzung weiterentwickelt und erweitert werden. Einstieg dazu waren drei Projekttage.
  • Im Fachunterricht gibt es niveau-differenzierte Arbeitsblätter.
  • Weiterhin bestehen Bemühungen, die Freiarbeitszeit schulweit zu vereinheitlichen.
  • Viel profitiert haben sie von Kollegen mit Montessori-Diplom.
  • Weiterhin haben sie einen Film über den Klassenrat erstellt, um diesen den Eltern verständlich zu machen.
  • Ergänzendes Mail von Frau Baumhögger vom 13.4.2016:
    Die Steuergruppe Demokratieerziehung hat sich in den letzten Monaten vor allem mit der Vorbereitung des Themenelternabends beschäftigt und dazu den Film gedreht. Außerdem haben wir das Ist auf den Prüfstand gestellt hinsichtlich der Regelmäßigkeit von Klassenrat, Giraffensprache, Klassensprechertreffen und Schülerversammlung. Hierzu haben wir Verbesserungen angestellt und es wurde ein Vertretungskonzept erstellt, um die Treffen regelmäßig stattfinden lassen zu können.
    Hinsichtlich des gewählten Schwerpunktes in Kooperation mit den anderen Schulen haben wir in diesem Schuljahr noch nichts unternommen. Wir werden aber am kommenden Studientag im Mai ein Basiskonzept erarbeiten, um die Zusammenarbeit zwischen Klassenlehrer und Förderlehrer zu verbessern. Ziel ist es, ein Zuständigkeits- und Verantwortungskanon zu entwickeln, auf dem (neu entstehende) Teams künftig aufbauen können, um nicht immer wieder o.g. neu diskutieren zu müssen… Dieser Aspekt berührt die Thematik Heterogenität ja auch.
GS Morbach:
  • Sie haben in einer Konferenz Könnensprofile für den Sachunterricht und Deutsch (Sprechen und zuhören) erarbeitet. In Fragen der weiteren individuellen Leistungsfeststellung sind sie noch nicht sehr weit.
  • Selbsteinschätzung ist ein Ansatz, an dem sie sich mit der FS Reinsfeld austauschen und arbeiten.
  • Den Klassenrat haben sie in allen Klassen. Die Zusammensetzung des Schulparlaments haben sie auf eine Person pro Klasse reduziert. Damit arbeitet es nun deutlich effektiver.
  • Weiterhin haben sie:
    • einen Spendenlauf durchgeführt
    • sich mit VertreterInnen des Schulparlaments beim Bürgermeister für die Verbesserung der Toiletten der Schule eingesetzt
    • im Februar 2016 an der Klassenrats-Experten-Ausbildung in Konz teilgenommen und danach
    • mit SuS den Klassenrat an einem Studienseminar vorgestellt.
FS Sankt Martinus, Reinsfeld Mail vom 27.5.2016:

S.A.M.S (Klasse 2/3, Klasse 6, Klasse 9):

  • Zusammenarbeit von 3 Klassen, Schüleraustausch, altersgemischte Lernsituationen. Nach einer Ausbildung lernen und arbeiten in 2 Stunden/Woche Klasse 2/3, Klasse 6 und Klasse 9 in altersgemischten Teams. Die Schüler nehmen dies sehr gerne an und können diese Zeit lerneffektiv nutzen.

ELZ (Im Moment Klasse 6 und Klasse 9):

  • Im Klassenrat wurde das Konzept der individuellen Lernzeit auf unsere Klasse angepasst.
  • Der Name wurde in Eigene Lernzeit umgewandelt – ELZ.
  • In der ELZ arbeiten die Schüler nach individuellen Lernverträgen über einenbegrenzten Zeitraum an einem selbstgewählten Thema zu selbstgewählten Zielen.
  • Jeder Schüler wird in einem persönlichen Gespräch beraten, der Lernvertrag wird gemeinsam besprochen und ausgefüllt. Jedes Thema wird nach Abschluss präsentiert.
  • Die Themen sind in den Fächern Deutsch, Mathe Nawi frei wählbar.
  • Eine kleine Lernlandkarte gibt Überblick über mögliche Themen.

Gruppe „Klassenrat und Co“:

Die Gruppe hat sich darüber Gedanken gemacht, wie man den Klassenrat zu Ideen motivieren kann und wie man eventuell aktuelle politische Themen behandeln kann.
Eine Idee war es, Kindernachrichten (Logo) gemeinsam zu schauen und zu besprechen. Gruppenbildende Spiele sollten in und um den Klassenrat stärkere Beachtung finden.


2. Vortrag Marie-Luise Wieland-Neckenich, PL Boppard GS-Referat „Individuelle Förderung und Leistungsbeurteilung“

Siehe Präsentation von Marie-Luise Wieland-Neckenich. Sie ging während der Präsentation auf Nachfragen ein und ließ Raum für Diskussionen zu einzelnen Fragen, die nicht protokolliert sind.

Download Präsentation

3. Flüchtlingskinder und Jugendliche in Schulen

Runde zur Situation mit Flüchtlingskindern und Projekten zur Integration an den Schulen:

GS Hermeskeil:

  • Haben 20 Flüchtlingskinder, die im ersten Jahr in Deutschland sind. Im Landkreis werden Flüchtlingskinder an bestimmte Schulen gebündelt zugwiesen.
  • Sie haben an der Schule DaZ-Kurse mit 15 Stunde pro Woche und Kind.
  • In Hermeskeil hat die Verbandsgemeinde mit dem Mehrgenerationen-Haus einen Runden Tisch installiert, der zusätzliche Förderangebote in Schulen macht.

GS Göttschied:

  • Zzt. 1 Flüchtlingskind

GS Straßenhaus:

  • Zzt. 16 Flüchtlingskinder
  • In der Verbandsgemeinde läuft ein Intensivkurs unter dem Titel „Miteinander“.
  • Katrin Trefflich hat eine Ausbildung gemacht und betreut montags und mittwochs die Intensivklasse.
  • Überlegungen bezüglich der Übergabe an weiterführende Schulen sind schwierig, wen die Flüchtlingskinder erst ein Jahr in Deutschland sind.

GS Schloss-Ardeck, Gau-Algesheim:

  • Sie haben knapp 10 Flüchtlingskinder auf alle Klassen verteilt. Ihre Feststellung: Fußball verbindet!
  • Es stehen Gelder zur Verfügung, um zusätzliche Sprachförderung durchzuführen.
  • Seit einem Jahr existiert eine Clearingstelle für Flüchtlings-Familien im Ort. Männliche Kinder und Jugendliche weisen zum Teil schwieriges Verhalten auf.
  • In den Osterferien gab es übe die Kreisverwaltung eine einwöchige Maßnahme mit Sprache lernen und kochen.

Margareten-GS, Neuwied:

  • Sie haben 2 Flüchtlingskinder. Die Schulsozialarbeiterin, Frau Wald, betreut noch ein paar von anderen Schulen. Die Flüchtlingskinder bekommen von Ehrenamtlichen Einzelbetreuung und Förderstunden.

Burgweg-GS, Burgbrohl:

  • An der Schule selbst keine Flüchtlingskinder.
  • Vor Ort gibt es einen Runden Tisch unter Beteiligung von Kita, Schulen, Caritas, Diakonie, Jugendhilfe mit Organigramm.
  • Jürgen Tramm hat ein Info-Paket mit Unterstützungsangeboten des PL zum Thema „Flüchtlingskinder und Jugendliche in Schulen“ zusammengestellt, an alle Anwesenden verteilt und vorgestellt.

4. Wünsche der Themengruppe „Vielfalt als demokratische Aufgabe“ für das Gesamt-Netzwerktreffen am 2.-3.11.2016:

  • Workshops über den Tellerrand hinaus
    Bsp: Kinderrechte und Freie demokratische Schule Freiburg „Kapriole“
  • Themenzuordnung der Schulen bzw. Neuformulierung thematische Ziele
    In der Gruppe „Klassenrat und Co“ gab es den Wunsch, wechseln zu dürfen. Manche sehen ihre Ziele vom Netzwerktreffen im April 2015 umgesetzt und würden gerne weitergehen, also gern zu anderen Gruppen wechseln.
    Die Gruppe „Chancen und Grenzen der Individualisierung“ war klein und sah sich nur bedingt arbeitsfähig. 2-3 Schulen haben für sich am Thema gearbeitet. Andere würden sich auch gern einem anderen Thema widmen.
  • Stärken identifizieren, herausstellen und austauschen
    • Vorschlag: beim Gesamtnetzwerktreffen Arbeitsphase zum Abgleich „Formulierte Zielsetzungen und Schritte – Erreichung der Zielsetzungen umgesetzte Schritte“
    • Vorbild: Lernstatt Demokratie?
    • Jürgen: Das ist für die Schulen ja sowieso bis zum Jahresende vorgesehen.
      So könnte mindestens ein Teil beim Netzwerktreffen bearbeitet werden.

Protokoll des Netzwerktreffens als PDF-Download

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